Ein Marktleiter ist kein Softwaremensch. Er führt einen Elektronikmarkt, und wenn er seinen Stammkunden ein Grillfest, eine Kinopremiere oder einen Fotokurs anbieten will, darf ihn das keine halbe Stunde kosten.
Genau daran hing die Aufgabe. Hunderte Märkte sollten unabhängig voneinander Veranstaltungen anlegen, freigeben, absagen und verwalten können — und dahinter lag ein System, das deutlich mehr können musste, als es von außen aussieht: Einladungen in Wellen versenden, nach Regeln wie wenn bis Tag X weniger als Y Anmeldungen vorliegen, dann an weitere Z Kunden. Wartelisten führen, auf denen jeder seine Position sieht. Rollen und Rechte auseinanderhalten. Tickets prüfen, Rückmeldungen einsammeln, an vier angrenzende Systeme andocken. Und das Ganze so gebaut, dass es später auch für Produktreservierungen funktioniert.
Unsere Aufgabe war die übliche: validieren, testen, daraus eine Empfehlung und einen Projektplan ableiten. Ich habe an der Struktur gearbeitet, an den Screenmaps und an den Stellen, an denen sich entscheidet, ob so ein Werkzeug benutzbar ist — Registrierung, Anmeldung, die Frage, wonach eine Liste sortiert sein muss, damit man findet, was man sucht.
Ungewöhnlich war, was danach kam. Nach der Freigabe wurde nicht übergeben, sondern gebaut — mit einem Entwicklerteam in Cluj-Napoca. Zweieinhalb Monate später war es live.
Für ein System mit dezentraler Verwaltung, Einladungslogik und vier Schnittstellen ist das schnell. Möglich war es, weil vorher validiert wurde, was gebraucht wird — und weil zwischen Konzept und Umsetzung niemand mehr dazwischenstand.



